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Kleiner ringförmiger Fürspann aus Draht Kleiner ringförmiger Fürspann aus Draht

(bkw) Dieser kleine ringförmige Fürspann wurde von mir in Anlehung an einen Fund aus dem Londoner Fundkomplex gefertigt [1341 BWB83 1442 (389) 11 fug 164].

Das Original hat einen Durchmesser von 21mm und besteht aus einer Kuperlegierung - hier Messing. Meine Interpretation ist hingegen etwas größer mit einem Außendurchmesser von 30mm und einem Innendurchmesser von 15mm.

Herstellung

Zunächst wurde über einen Stahlriegel - vermutlich wie auch bei dem Original - eine Spirale aus Draht gedreht, die danach vom Riegel abgezogen wurde. Per Hand habe ich dann die Spirale (vorsichtig!) gleichmäßig auseinander gezogen und zu einem Kreis gebogen. Bei dieser Interpretation kam ein 1mm Messingdraht für den Rahmen des Fürspanns zum Einsatz. Der Pfriem / Pin (21mm) wurde, wie auch bei dem Original, aus einem etwas dickeren Draht (1,5mm) geschmiedet.

Bei der Zeichnung des Originals ist gut zu erkennen, dass die Spirale, so wie vom Riegel gezogen auseinander gebogen wurde. Bei meinem ersten Versuch, der dieser Technik entsprach, hat sich herausgestellt, dass diese Art eher instabil wirkt und sich auch nicht so gut tragen lässt. Bei meiner Interpretation wurde daher die Spirale flach gebogen und anschließend vorsichtig gehämmert, was die Stabilität nochmals erhöhte.

Für die Befestigung des Pfriems / Pins wurde, wie ersichtlich, bei dem Original an einer Stelle der Abstand zwischen den einzelnen Spiralringen erweitert. Bei der Anlehnung habe ich hieraus bewusst verzichtet um ein gleichmäßigeres Bild zu erhalten.

Datierung

Kleiner ringförmiger Fürspan aus Draht - Bild von obenDieser Fund stamme vermutlich nicht aus dem 13. Jahrhundert, sondern sei, aufgrund der umliegenden Keramiken, in die Phase 11 und damit in die Zeit zwischen 1350 und 1400 einzuordnen.

Ich habe diesen Fürspann dennoch hier aufgenommen, da dieser sehr gut die Vielseitigkeit eines Drahtschmiedes und damit auch meiner Darstellung verdeutlicht. Dabei stelle ich die Frage anheim, wie genau überhaupt eine Datierung anhand von Keramikphasen sein kann, da diese Möglichkeit - meiner Meinung - eher ein Indiz darstellt.

Ein Vergleichsfund einer kleinen goldenen Brosche sei in York gefunden worden. Dies zeige, dass diese Fertigungstechnik auch bei hochwertigen Broschen eingesetzt wurde.

(Fertigung Oktober 2014, Aufwand ca. 60min)


Quellen und Weiterführendes

  • Egan, Pritchard in DRESS ACCESSORIES 1150-1450, Museum of London 2008, S. 254 ff. (Abb. 1341)
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