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Einfacher rechteckiger Lederbeutel Einfacher rechteckiger Lederbeutel


Rechteckiger Lederbeutel - Schleswig - Header

(bkw) Vorliegend handelt es sich um eine Rekonstruktion eines rechteckigen Lederbeutels nach einem Fund aus Schleswig (Schild) (Beutel Nr. 1488). Der Beutel stammt aus eigener Fertigung die relativ einfach war und entgegen der weit verbreiteten Beutel mit rundem Schnitt, wohl eher der gängigen "Beutelmode" im 13. Jahrhundert entsprach.

Rechteckiger Lederbeutel - SchleswigBei der Rekonstruktion habe ich mich an die durchschnittlichen Maße der Funde - für einen eher breiteren als längeren rechteckigen Beutel - von ca. 13 cm in der Höhe und 18 cm in der Breite gehalten. Die Seitenteile wurden mit einer geschlossenen Stütznaht vernäht, die Oberseite mit einer überwendlichen Fleischnaht eingefasst. Bei dem Beutel habe ich ein umlaufendes Lederband zum Verschluss und zur Befestigung gewählt.

Eine andere in dem Funkkomplex aus Schleswig Schild nachgewiesene Verschlusstechnik wäre in einem Doppelriemen zu sehen, bei dem die nicht aufgetrennte Seite an dem Beutel vernäht worden wäre. Hierzu werde noch noch ein anderes Exemplar fertigen und zum Vergleich einstellen.

Rechteckiger Lederbeutel - SchleswigDie (mittlerweile) dunkel braune Färbung wurde durch das bestreichen des Leders mit einer wässrigen Eisensulfat Lösung erzielt. Als die Lösung noch frisch aufgetragen war, hatte der Beutel eine eher schwarz graue Färbung.

Rechteckiger Lederbeutel - SchleswigDie Befestigung der Quasten an den Lederfransen auf der Unterseite ist spekulativ, aber nachzuvollziehen, soweit man zeitgenössische Bilder oder Tafeln hinzuzieht, die ähnliche Verzierungen an Beuteln bzw. Taschen aufweisen. Auch wurde zumindest ein Beutel in dem Schleswiger Komplex mit solchen Zotteln an der Unterseite gefunden.

Ein Beutel dieser Machart könnte der Aufbewahrung kleinerer Habseligkeiten, wie Münzen oder Ähnlichem gedient haben. Ich selbst trage auf Veranstaltungen hier unter anderem mein Toilettenbesteck ein paar Würfel und Münzen mit mir (sowie meine Uhr).

Bei der Wahl des Leders habe ich mich für einen sehr weichen Teil einer Rinderhaut entschieden, die meiner Meinung nicht mehr für belastbare Dinge, wie Schuhe oder Messer- / Lederscheiden taugte.


Quellen und Weiterführendes:

  • Schnack, Christiane: Ausgrabungen in Schleswig, Berichte und Studien 13, Mittelalterliche Lederfunde aus Schleswig - Futterale, Riemen, Taschen und andere Objekte, Abb. 41, S. 68, Wachholtz Verlag, Neumünster 1998.
  • The Morgan - Picture Bible / Crussader Bible, The Morgan Library & Museum, New York, USA - Online Exhibitions, www.themorgan.org.
  • Große Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse), Zürich, ca. 1300 bis ca. 1340, Universitätsbibliothek Heidelberg, http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg848.
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